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Pfarrkirche und Historie
Leprosenkirche? Zwischen 1326 und 1342 errichteten Bürger der Stadt Münster mehrere Hütten für Aussätzige gegenüber der heutigen Kirche, da, wo jetzt das alte Fachwerkhaus mit den Gärten rechts daneben steht. In dem Fachwerkhaus befindet sich heute das einzige Lepramuseum Deutschlands. Weitere Informationen zum Lepramuseum und zu dem neben der Kirche stehenden Lazarushäuschen finden Sie unter www.lepramuseum.de
Der Name „Kinderhaus“ weist heute noch hin auf die Leprakranken damals, die als „Kinder im Feld" bezeichnet wurden, d.h. hilfsbedürftig wie Kinder und ausgegrenzt aus den Wohnbereichen der Gesunden. Am 7.3.1342, so ist es in den alten Urkunden zu lesen, bestellte Ludwig II einen Seelsorger für die Leprosen. Erst 1672, nach mehr als 200 Jahren, erhielt die Kirche den heutigen Turm und wurde durch den Anbau eines Chores erweitert. Der Turm und der Gewölbeschlussstein im heutigen Chor zeigen das Wappen des Erbauers, Bischof Christoph Bernhard von Galen. Damals bestimmte der Bischof den hl. Josef zum Patron dieser Kirche.
Am 30.11.1908 wurde diese Kirche zur Pfarrkirche, bis dahin war sie Rektoratskirche der Gemeinde Liebfrauen Überwasser. Die Gemeinde St. Josef-Kinderhaus bestand aus den umliegenden Bauernschaften, mit Coerde und Sprakel. Bis zum 1. Weltkrieg war Kinderhaus zur Zeit des Festes Maria Himmelfahrt ein beliebtes Wallfahrtsziel der Münsteraner Katholiken. Erst nach dem 1. Weltkrieg, besonders in den dreißiger Jahren, begann der Siedlungsbau in Kinderhaus und die ersten Geschäfte entstanden.
Nach dem 2. Weltkrieg wuchs Bevölkerung sprunghaft an. Deshalb wurde 1953 die Kirche um das heutige linke Kirchenschiff, die beiden Querschiffe und den Chorraum erweitert, wobei Maße und Raumgestalt der alten Kirche erhalten und übernommen wurden. Im rechten Querschiff wurden die Sakristei und die damalige Orgel untergebracht. Prof. Wienhausen gestaltete den Tabernakel und die Fenster.
Für weitergehende Informationen zur Geschichte der Pfarrkirche wird verwiesen auf den Text „Von der Leprosenkapelle zur Gemeindekirche“ von Matthias Überfeld im Buch „650 Jahre Leben in Kinderhaus, 1342 – 1992“
Unsere Kirche hat einige schöne Kunstwerke aus dem 16. Jahrhundert. Wenn Sie Ihren Rundgang rechts beginnen, schauen Sie auf den „Christus in der Ruhe“. Früher war sein Platz an der Außenmauer der Kirche.
Im rechten Querschiff lohnt es sich, einen Augenblick vor dem Bild der „schmerzhaften Muttergottes“ zu verweilen. Viele Kinderhauser tragen ihre Sorgen und Nöte zur Mutter Gottes. Im linken Seitenschiff finden Sie „Maria mit dem Kind“, ein gotisches Meisterwerk, das auch heute noch mit seiner einfachen Schönheit anrühren kann.
Lassen Sie die Ruhe und Stille dieses Kirchenraumes auf sich wirken, und fühlen Sie sich wohl in diesem Haus, dem Gotteshaus unserer Gemeinde. |